Gelesen in DIE ZEIT: “Sideboards – ein Platz zum Angeben"

"Hausaltäre waren gestern, heute gibt es Sideboards: Auf denen werden ausgesuchte Gegenstände edel wie im Concept Store arrangiert. Und was nicht passt? Wird versteckt”, meint Carmen Böker in ihrem launigen Artikel.

© [M] ZEIT ONLINE Foto: John Lewis/Unsplash
© [M] ZEIT ONLINE Foto: John Lewis/Unsplash

Wir lesen einleitend: "Wie wir uns einrichten und mit welchen Dingen wir uns umgeben, das sagt genauso viel über uns aus wie die Kleidung, die wir tragen. In unserer Serie "Innenleben" ergründen wir aktuelle Wohntrends" Und weiter heisst es: 

"Wenn man alles haben kann, ist es natürlich auch wieder nicht richtig. Wer will sich in einem Onlineshop schließlich durch dreitausend weiße Hosen wühlen, wenn er nur eine braucht? Also bieten immer mehr Shops den kuratierten Konsum für überforderte Konsumenten: entweder eine von vornherein limitierte Kollektion im Concept Store mit den richtigen Marken für den Moment. Oder ein vorsortiertes Angebot unter prägnantem Schlagwort auf der Startseite. Immer mit dem Versprechen: Wir haben die Superlative für dich ausgesucht. Wir erlösen dich von der Qual der Wahl.

Für mich nur das Beste? Wenn man diesen Anspruch hat, will man ihn auch zu Hause demonstrieren. Mittlerweile findet sich in vielen Wohnungen eine Entsprechung zum Concept Store. Es ist das Sideboard. Genauer: dessen Oberseite. Die kann man nämlich genau...”
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Kommentare: 2
  • #2

    Simone Bertram (Montag, 13 Mai 2019 21:57)

    Hmm, es kann sehr befriedigend sein, ein Board zu dekorieren. Meines kommt alle drei Tage neu. Egal, was andere denken. Redakteure müssen immer polarisieren und Trolle befeuern alles. Das sieht man an diesem Beispiel wieder. Vielleicht macht man die Deko auch nur einmal für sich. Weil es schön ist. Weil man es kann. Ja und?!

  • #1

    Lennie Tuchel (Montag, 13 Mai 2019 21:37)

    Herrlich, da ist doch was dran. Es wird zu Attitüde, die man erlernen kann. In Wohnbüchern. So kann man Lebensart simulieren und landet doch nur im Mainstream. "Die Coffeetable Books sind zu Sideboard Books geworden”. This made my day!