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Gelesen: "Über vergangene Beziehungen und ein Design, das Teil der eigenen Geschichte wird"

Ulrich Clewing schreibt in seiner lesenswerten Kolumnen-Serie fast schamlos über Klassiker der Moderne, die sowohl im Original als auch als Kopie zwar in keiner Wohnung mit Anspruch fehlen, auf die man aber getrost verzichten könne. Er hat ausnahmsweise einmal gar nichts zu meckern über den Butterfly-Chair, der einst von Knoll produziert wurde.

Butterfly Chair, zuletzt herausgegeben von Knoll
Butterfly Chair, zuletzt herausgegeben von Knoll

Clewing schreibt in der AD: "Weil letztens vom Urheberrecht die Rede war: Der Butterfly-Chair hat in der Hinsicht auch einiges zu bieten. Entworfen wurde er in den späten 1930er Jahren von drei argentinischen Architekten. Sie hatten alle drei in Paris bei Le Corbusier gearbeitet, aber das spielt eigentlich keine Rolle, denn bald stellte sich heraus, dass zwei davon doch nicht daran beteiligt waren. Der dritte – Jorge Ferrari-Hardoy - verkaufte die Lizenz ein paar Jahre später an Florence und Hans Knoll. 

Die beiden hatten mit dem Butterfly-Chair einen umwerfenden Erfolg, vor allem in Kalifornien. Bis zu dem Zeitpunkt, da ein Gericht feststellte, dass Ferrari-Hardoys Entwurf lediglich die Weiterentwicklung eines bereits existierenden Designs gewesen sei: Joseph Fendys Klappstuhl Tripolina aus dem Jahr 1877. Wer beide Stühle nebeneinander sieht, merkt sofort, dass das Urteil ...

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